Fragen und Antworten zur individuellen Bedarfsermittlung

Was ist eine individuelle Bedarfsermittlung?

In der individuellen Bedarfsermittlung werden Ihre Wünsche und Lebensvorstellungen detailliert aufgeschrieben. Zum Beispiel, wie und wo Sie wohnen wollen, ob und was Sie arbeiten wollen oder was Sie in Ihrer Freizeit machen wollen.

Wozu dient die individuelle Bedarfsermittlung?

Sie dient dem Kanton dazu, zu entscheiden, ob und wie viel Unterstützung Sie bekommen, um Ihre Ziele und Lebensvorstellungen zu erreichen. Diese Unterstützung erhalten Sie zusätzlich zur IV-Rente und anderen Leistungen.

Warum muss man eine individuelle Bedarfsermittlung machen?

Sie ist ein wichtiges Instrument für die Umsetzung des neuen Gesetzes über die Leistungen für Menschen mit Behinderungen (BLG). Es gilt im Kanton Bern und tritt am 1. Januar 2024 in Kraft. Das Gesetz verlangt, dass Menschen mit Behinderungen wenn immer möglich genauso selbstbestimmt leben, wohnen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten können wie Menschen ohne Behinderungen. Für die Verwirklichung dieser Wünsche braucht es aber unter Umständen Geld. Diese Kosten trägt der Kanton.

Was genau ist ein «individueller Bedarf»?

Das kann alles sein, was Sie sich für Ihre Freizeit, Gesundheit, Arbeit oder Wohnsituation wünschen.

Ein Beispiel aus dem Bereich Bildung: Ein Mann, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, möchte einen Sprachkurs besuchen. Ohne fremde Hilfe kann er den Kursort aber nicht erreichen. Er muss eine Begleitperson oder einen Fahrdienst bezahlen, damit er teilnehmen kann. Als individueller Bedarf gelten in diesem Fall die Kosten für die Begleitperson oder den Fahrdienst, nicht aber die Kosten für den Sprachkurs.

Wie wird mein individueller Bedarf ermittelt?

Dafür gibt es einem speziellen Fragebogen. Er wird «Individueller Hilfsplan» (IHP) genannt. Eine Fachperson von uns füllt den IHP zusammen mit Ihnen aus, wenn Sie dabei Unterstützung brauchen. Sie können auch Vertrauenspersonen beiziehen oder den IHP alleine ausfüllen.

Wer muss eine individuelle Bedarfsermittlung machen (lassen)?

Sie ist Pflicht für erwachsene Menschen mit Behinderungen, die in einer Institution leben. Für privat wohnende Menschen mit Behinderungen ist sie freiwillig.

Wie komme ich zu meiner Bedarfsermittlung?

Sobald Sie vom Kanton Bern im System «AssistMe» die Freigabe zur Bedarfsermittlung beantragt und erhalten haben, werden wir automatisch informiert. Das ist der Startschuss für Ihre individuelle Bedarfsermittlung. Wir melden uns dann bei Ihnen und besprechen alles Weitere.

Was ist «AssistMe»?

AssistMe ist das Online-Abrechnungssystem für den individuellen behinderungsbedingten Unterstützungsbedarf des Kantons Bern. Es enthält auch den Fragebogen für die Bedarfsermittlung, den «Individuellen Hilfsplan» (IHP). Als Mensch mit Behinderungen müssen Sie zuerst ein Gesuch um Zulassung zu AssistMe und dann ein Gesuch um Freigabe zur Bedarfsermittlung stellen. Dann kann es losgehen mit der individuellen Bedarfsermittlung.

Wo findet meine Bedarfsermittlung statt?

Wo immer Sie wollen und sich wohlfühlen. Das kann bei uns in der Fachstelle, bei Ihnen zu Hause, unterwegs oder unter Umständen auch online sein. Wir richten uns nach Ihnen.

Falls es unsere Fachstelle sein soll: Sie ist barrierefrei zugänglich und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Adresse lautet:

FIB schoebe AG | Belpstrasse 4 | 3074 Muri bei Bern

Telefon: 031 950 88 44

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